Geschichte

Die Wurzeln – Der Naturwissenschaftliche Verein Osnabrück

Verschiedene Arten von Schmetterlingen zusammengestellt aus alten Sammlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins.

Die Geschichte des Museums am Schölerberg ist auf das engste mit der des Naturwissenschaftlichen Vereins (NVO) verbunden, der 1870 gegründet wurde. Zweck des Vereins war nach den ersten Statuten „die Förderung und Verbreitung der Kenntnis der Natur, ihrer Erzeugnisse und der Benutzung derselben, mit besonderer Berücksichtigung des Fürstenthums Osnabrück“ (entspricht heute etwa dem Gebiet von Stadt und Landkreis Osnabrück). Mittel sollten eine naturhistorische Sammlung, eine Bibliothek und regelmäßige Zusammenkünfte zu Vorträgen und Besprechungen sein.

 

 

 

Die Anerkennung – Eigenständiges städtisches Naturkundemuseum

„Schlikkersche Villa“

1879 wurde der Museumsverein gegründet, in dem der Naturwissenschaftliche Verein Mitglied wurde. Es wurden Räume im ehemaligen Amtsgericht angemietet und eine erste Ausstellung entstand. In den Folgejahren gab es ein erhebliches Sammlungswachstum. 1887 wurde dann der Neubau eines Museumsgebäudes beschlossen (heutiges Kulturgeschichtliches Museum). Nahezu vier Jahrzehnte führte der Museumsverein das Museum. 1929 wurde das Museum inklusive der Sammlungen der Stadt Osnabrück übertragen. Wegen der zunehmenden räumlichen Enge (Naturkundliche Abteilung umfasste ca. 600 qm) erwarb die Stadt Osnabrück 1961 die benachbarte „Schlikkersche Villa“. Am 14. Juli 1963 wurde die Naturkundliche Abteilung in den neugestalteten Räumen eröffnet. Seit 1971 wird diese Abteilung dann als eigenständiges städtisches Naturkundemuseum geführt.

 

 

Der Umzug – Das Museum am Schölerberg

Bau des neuen Naturkundemuseums am Schölerberg.

Im September 1978 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück den Neubau des Naturwissenschaftlichen Museums als Teil eines Naturkundezentrums am Schölerberg. Bei der Planung wurde angestrebt, ein überregional bedeutendes Regionalzentrum mit einem Planetarium und einer Naturkundeschule zu konzipieren, das zusammen mit dem Waldzoo und dem noch zu planenden Botanischen Garten als Naturkundezentrum Projektcharakter erhalten sollte. Um die Hinwendung zu ökologischen Themen stärker zu verdeutlichen und gleichzeitig den neuen Standort zu betonen, wurde der Name des Museums geändert in: Museum am Schölerberg – Natur und Umwelt. Das Planetarium wurde bereits am 2. Oktober 1986 eröffnet. Als Ergänzung zum Planetarium begann der Naturwissenschaftliche Verein 1986 mit dem Bau einer Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg bei Melle, die mit einem 60 cm Spiegelteleskop ausgerüstet wurde. Die feierliche Eröffnung des Museums am Schölerberg fand am Freitag, 6. Mai 1988, um 15 Uhr statt.

 

Die Entwicklung – Umweltbildungszentrum, Bodenausstellung, unterirdischer Zoo & mehr

Seit 1997 ist das Museum am Schölerberg als Umweltbildungszentrum anerkannt und legt damit einen großen Schwerpunkt auf Vermittlung. Mit dem mobilen Umweltmobil kann Umweltbildung auch außerhalb der Museumsräume geleistet werden.

1997 gelang die Anerkennung als Regionales Umweltbildungszentrum durch den niedersächsischen Kultusminister Rolf Wernstedt. Im Nachklang zur Expo 2000 konnte 2001 mit der Dauerausstellung unter.Welten das bis dahin größte Ausstellungsprojekt zum Themenkomplex Boden eröffnet werden.

2008 folgte die Integration der Ausstellungseinheit TERRA.vision des Naturpark-Informationszentrums im Museum am Schölerberg, welche einen Überblick über 300 Millionen Jahre Erdgeschichte im Natur- und Geopark TERRA.vita gibt.

Im Jahr 2009 wird in Kooperation mit dem Zoo der unterirdische Zoo eröffnet. Dieser Bereich verbindet die Haltung von lebenden Tieren und museale Vermittlungsmethoden. Er ist für beide Besuchergruppen zugänglich. Zusammen mit dieser Baumaßnahme gelang es auch, das Untergeschoss des ehemals geplanten zweiten Bauabschnitts zu realisieren. Hier konnten ein großer Tagungsraum für bis zu 200 Personen und ein kleiner Seminarraum sowie Servicebereiche untergebracht werden.

 

2011 und 2013 wird das Planetarium dann mit neuer Technik ausgestattet. Ein so genanntes Fulldome-Video-System macht den Planetariumsbesuch zu einem ganz neuen Erlebnis. Neben virtuellen Reisen durch das All sind auch interdisziplinäre Vorstellungen im Angebot. Durch den ebenfalls ersetzten Sternenprojektor ist auch der Sternenhimmel noch brillanter geworden.

 

Die Zukunft – Ein Museum im Wandel

Charles Darwin (1809 – 1882) hat einst gesagt: „ Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel“. Genau so geht es auch einer Institution, deren Kernaufgabe die Dokumentation, Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Lebens ist. „Mit den Plänen für eine neue Dauerausstellung gehen wir in die Zukunft, stets bestrebt, im Buch der Jahrmillionen alten Geschichte des Lebens täglich eine neue Seite aufzuschlagen und diese am Puls der Zeit zu erforschen und zu vermitteln“, erklärt Norbert Niedernostheide, Direktor des Museums am Schölerberg.

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